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| Bundespräsident Heinz Fischer empfängt in der Hofburg den Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder |
Mitte März hat eine Delegation der Südtiroler Volkspartei einen offiziellen Besuch in Wien absolviert, man wollte mit der neuen österreichischen Regierung Kontakt aufnehmen und die guten Beziehungen zwischen Wien und Bozen bestätigen. Das Treffen fand - das Bild in der Hofburg bestätigt es - in herzlicher Atmosphäre statt, es gibt derzeit keine besonderen Probleme zu besprechen.
Das Thema der Erwähnung der Schutzfunktion Österreichs für Südtirol in der österreichischen Verfassung, das im vergangenen Jahr so viel Staub aufgewirbelt hatte, stand nicht zur Debatte, denn auf österreichischer Seite bestehen diesbezüglich erhebliche Zweifel. In der Tat wies diese Aktion die von dem ehemaligen Nationalratspräsidenten Andreas Khol gestartet worden war, sei es in der Substanz wie in der Form schwere Mängel auf. So war es zum Beispiel sicherlich ein Fehler die Bürgermeister, die auch den italienischen Bevölkerungsanteil vertreten in diese Petition einzubinden . Das hat den italienischen Nationalisten Gelegenheit geboten ihre abgedroschenen Sprüche aufzupolieren. Nun ist Andreas Khol in den verdienten Ruhestand getreten und man wird erst wieder darüber sprechen, wenn es tatsächlich zur Formulierung einer neuen österreichischen Verfassung kommt. Bundeskanzler Gusenbauer hat richtigerweise erklärt, daß man jede Provokation vermeiden will und er hat damit gerade jene gemeint, die mit dieser Petition das nationale Klima anheizen wollten.
Eines steht fest: Südtirol braucht solche Aktionen wirklich nicht. Die Autonomie ist bestens abgesichert, Österreichs besonderes Verhältnis zu Südtirol ist allgemein anerkannt und auch die immer weiter fortschreitende europäische Integration ist eine Garantie und ein Schutz für die Südtiroler Minderheit.
für die zahlreichen Minderheiten die Europa aufweist. Vorbei sind die Zeiten, als faschistische und kommunistische Diktatoren willkürliche Grenzen setzten und Bevölkerungen einfach "verschoben". Die immer noch bestehenden Spannungen am Balkan zeigen, daß der nationale Haß nur neue Katastrophen heraufbeschwört und, daß die sogenannten ethnischen Säuberungen zu sinnlosen Verwüstungen und zu einer allgemeinen Verarmung geführt haben.
Man muß das auch denjenigen Südtirolerinnen und Südtirolern vor Augen halten, die heute noch von einer "italienischen Besatzung" in Südtirol sprechen und die mit einer permanenten Agitation die "Rückkehr" Südtirols zu Österreich fordern. Das ist nicht nur falsch sondern unverantwortlich. Es entspricht auch keineswegs den Empfindungen der breiten Schicht der Bevölkerung.
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Besonders unter der Regierung Prodi sind die Kompetenzen der Landesverwaltung erweitert worden und man kann sagen, daß das Land einen Grad von Eigenständigkeit erreicht hat, der in keinem anderen Staat besser sein könnte. Die finanzielle Ausstattung der Autonomie ist hervorragend und übertrifft bei weitem die Budgets der österreichischen Bundesländer. Wenn die Südtiroler Abgeordneten ihre Diäten an denen des Vateralandes ausrichten wollten, so müßten sie diese um die Hälfte kürzen.
Natürlich bestehen noch Probleme ethnischer und sozialer Natur, die von gewissen Gruppen immer wieder auch aus rein parteipolitischen Gründen hochgespielt werden. Aber es setzt sich die Erkenntnis durch, daß all diese strittigen Fragen auf lokaler Ebene behandelt und gelöst werden müssen..
Es ist noch zu vermerken, daß es die Südtiroler Sozialdemokraten waren, die als erste von der österreichischen Minderheit in Italien gesprochen und damit die besondere Bindung Südtirols an Österreich hervorgehoben haben. Sie wollten damit auch an jenes historische Tirol anknüpfen das als multinationale Einheit über 600 Jahre lang ein Teil des Habsburgerreiches gewesen ist.
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