Suedtirolernachrichten Logo
Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
22. Jahrgang - Nr.5 September/Oktober - erscheint zweimonatlich
| ZUR EINSTIMMUNG... | ARCHIV | KONTAKTIERE UNS|
Spacer
Spacer
Spacer
Der Dialog
In beiden ethnischen Lagern häufen sich die Stimmen, die einen sachlichen Gedankenaustausch wünschen
Spacer
Spacer
Falsche Signale
Nationalismus und Selbstbestimmung sind keine Rezepte für Südtirol
Spacer
Spacer
Mehr Gleichheit und soziale Gerechtigkeit
Die sozialen Probleme drängen auch in Südtirol in den Vordergrund
Spacer
Spacer
Solidarität...
Falsche Förderung
Spacer
Spacer
Der ethnische Murks
Wenn die Sanität mißbraucht wird
Spacer
Spacer
Buchpräsentation

Spacer
Spacer
Leserbriefe


Ich finde es durchaus richtig, daß mehr für die Umwelt getan werden soll. Die klimatischen Veränderungen sind nicht mehr zu übersehen und es besteht kein Zweifel, daß wir Menschen mit unserem Verhalten hauptsächlich daran schuld sind. In diesem Sinne sind auch die Verkehrseinschränkungen zur Eindämmung des Feinstaubes durchaus gerechtfertigt. Allerdings frage ich mich nach welchen Richtlinien vorgegangen wird und ob nicht kommerzielle Überlegungen das Vorgehen bestimmen.
So wird die Einschränkung des Verkehrs auf den 1. November festgesetzt, wenn die Fremdensaison praktisch vorbei ist. Sicherlich ist dabei auch zu bedenken, daß in dieser Zeit in den Häusern mit der Heizung begonnen wird. Trotzdem erscheint mir dieses Datum ein Beispiel dafür, daß nicht wissenschaftliche, sondern geschäftliche Opportunitäten von entscheidender Bedeutung sind.
Außerdem verstehe ich nicht, daß zum Beispiel nicht alle Gemeinden des Meraner Talkessels gleichzeitig die Verkehrseinschränkungen in Kraft setzen, es kann doch nicht sein, daß auf einmal die Luft in Tscherms besser ist als in Marling oder in Algund. Hier sollte doch ein gemeinsames Vorgehen angezeigt sein.
Nicht weniger verwunderlich ist der Umstand, daß anläßlich der Weihnachtsmärkte, die jedes Jahr früher beginnen, sodaß schon November die Weihnachtsdekoration in den Straßen montiert wird, die gesamten umweltschonenden Maßnahmen keine Gültigkeit mehr haben. Durch eine intensive Propaganda wird für diese Weihnachtsmärkte, die in sehr vielen Orten Südtirols nun stattfinden, geworben mit dem Ergebnis, daß eine Flut von Autos, Wohnwagen, Bussen sich in diese Orte ergießt mit all den Folgen, die sich daraus ergeben. Neben dem unvermeidlichen verkehrstechnischen Chaos, das entsteht, kann man sich vorstellen, daß die Feinstaubwerte rapide ansteigen und schon die Abgase erhebliche gesundheitliche Nachteile für die Menschen verursachen. Von weihnachtlicher Besinnlichkeit ist an diesen Orten gar nichts zu spüren, denn was man an den vielen Ständen kaufen kann, das kann man sich das ganze Jahr in den Geschäften, Restaurants und Bars besorgen und rechtfertigt kaum die Umweltschäden, die nut diesen

Invasionen einhergehen. Wiederum sind es rein kommerzielle Überlegungen, die den Ausschlag geben. Man hatte doch bereits in der Öffentlichkeit diskutiert, ob man diese Weihnachtsmärkte etwas einschränken sollte, aber gleich hat es einen Sturm der Entrüstung gegeben und es schien so als ob die ganze Kategorie der Kaufleute, Gasthaus-und Barbesitzer dadurch in den Ruin getrieben würde.
In diesem Zusammenhang muß erwähnt werden, daß auch bei den Weihnachtsmärkten der Ausschank von Alkoholika zu den lukrativsten Geschäften gehört. Da reiht sich eine Schnapsbude an die andere, denn das soll auch die Stimmung lockern und den Konsum anregen. Nun leben wir ein einem Land, in dem wirklich kein Mangel an Alkoholausschankstellen besteht und die negativen Folgen sind oft schmerzlich spürbar. Das zeigt sich bei den Verkehrsdelikten ebenso wie bei den Spätschäden des Alkoholismus. Es wird zuviel getrunken und es wird ständig dafür geworben. Besonders in der Saison reiht sich ein Frühschoppen an den anderen, die Anschlagtafeln unserer Dörfer sind voll von diesen Ankündigungen. Wenn man die Folgen und die hohen gesellschaftlichen Kosten des Alkoholmißbrauchs bedenkt und man weiß welch schlechtes Beispiel man der Jugend gibt, so wäre eine gewisse Zurückhaltung durchaus angezeigt. Aber auch in dieser Frage entscheidet offensichtlich das Geschäft und nicht die Vernunft
O.T.- Lana

  go to the top

Valid HTML 4.01!  Valid CSS!