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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
22. Jahrgang - Nr.5 September/Oktober - erscheint zweimonatlich
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Der Dialog
In beiden ethnischen Lagern häufen sich die Stimmen, die einen sachlichen Gedankenaustausch wünschen
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Falsche Signale
Nationalismus und Selbstbestimmung sind keine Rezepte für Südtirol
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Mehr Gleichheit und soziale Gerechtigkeit
Die sozialen Probleme drängen auch in Südtirol in den Vordergrund
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Solidarität...
Falsche Förderung
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Leserbriefe
Feinstaub, Alkohol und Geschäft
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Buchpräsentation

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Der ethnische Murks

Das Krankenhaus Bozen

Mit der Schaffung einer einzigen Sanitätseinheit ist der verwaltungstechnische Teil der Sanitätsreform eingeleitet worden und die ersten Posten wurden vergeben. Es ist bedauerlich, daß man nicht gleichzeitig die klinische Reform vorgenommen hat, denn diese ist der Kern dieser Neuordnung, dadurch soll das ganze System effizienter und sparsamer werden. Die Antwort darauf werden schließlich die Patienten, sowie die Ärzte und das gesamte Pflegepersonal geben
Nun gibt es bereits bei den ersten klinischen Ernennungen heftigen Streit und das zeigt wie eigenartig die Lage in Südtirol ist. Laut Zeitungsmeldungen drängen die italienischen Partner in der Landesregierung darauf, daß einer drei klinischen Spitzenposten von einem Italiener besetzt wird. Das entspricht nicht dem LH Durnwalder vorgesehenen Organigramm.
Für den Normalbürger ist dieser ethnische Streit im Krankenhauswesen nicht verständlich. Wer als Arzt auch außerhalb von Südtirol tätig war, weiß, daß gerade im Ärztebereich die Mobilität groß ist. Es gibt eine Reihe von Ärzten die außerhalb ihrer Herkunftsländer tätig sind, wobei wirtschaftliche Aspekte eine wesentliche Rolle spielen. Dem Patienten ist es doch völlig gleichgültig welcher Nationalität sein behandelnder Arzt angehört, er wird ihn nach seiner Menschlichkeit und seiner Leistung beurteilen. Es gibt doch keine Abteilung für die deutsche oder die italienische Chirurgie, wobei man streng genommen hier noch einen ladinischen Sektor vorsehen müßte… Sollte übrigens ein Patient der Meinung sein, daß ein Afrikaner oder ein Asiate der erfahrenste und beste Arzt für die Behandlung seines Leidens ist, so wird nicht zögern sich an diesen zu wenden.
All diese Vernunftsargumente spielen in dieser Situation kaum eine Rolle, die Politiker haben sich daran verbissen und jetzt wird daraus ein Prestigeobjekt.


Die Presse trägt zur Anheizung des Streites bei, was der Sache in keiner Weise dienlich ist. Man kann nur hoffen, daß diese sogenannte Machtprobe letztlich nicht auf dem Rücken der Kranken ausgetragen wird, das wäre ein betrüblicher Schildbürgerstreich.
In dieser Situation hat die SVP kein gutes Management gezeigt. Über die Auseinandersetzung in den eigenen Reihen wird oft vergessen, daß die italienischen Partner dem ständigen Trommelfeuer der italienischen Rechten ausgesetzt sind und keinen leichten Stand haben; ständig wird ihnen vorgeworfen, sie würden die heiligen Rechte der Italiener verraten und vor der SVP in die Knie gehen.
Vielleicht gelingt es noch den Einsichtigen in beiden Lagern eine Kompromißlösung zu finden, die vor allem der Funktionalität des Systems dient und dabei die Rechte der Patienten und die Fähigkeit der vorgeschlagenen Kandidaten berücksichtigt. Mit einem ethnischen Murks ist niemanden gedient. Gerade im Sektor der Sanität ist Offenheit und Vertrauen die Voraussetzung zum Erfolg.

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