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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
22. Jahrgang - Nr.3 Mai/Juni 2006 - erscheint zweimonatlich
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Die Qual mit den Reformen
Die Neuordnung der staatlichen Strukturen
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An den wahren Problemen vorbei
Zur Reform des Sanitätswesens
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Wenn der Sport mißbraucht wird

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Selbsbstimmung: warum nicht zur Schweiz?
Ein provokativ-aktueller Vorschlag
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Südtirol und die österreichische Verfassung

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Prodis Kampf gegen die Liberalisierung

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Geschichte lernen…

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Hinterfotzigkeit

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Israels Staatsterrorismus

Ariel Sharon liegt im Koma, dasselbe gilt für die von ihm verfochtene Politik. Der General und spätere Ministerpräsident hatte das Monopol der Macht und der Gewalt Israels zum bestimmenden Faktor seiner Politik im Mittleren Orient gemacht. Die angebliche Begründung dieser Strategie ist Israels Recht auf Selbstverteidigung. Im Namen dieses willkürlichen, weitläufigen Begriffes hat Sharon die Grundpfeiler der palästinensischen Verwaltung rücksichtslos zerstört , in den besetzten Gebieten eine brutale Okkupationspolitik betrieben, alle Beschlüsse der Vereinigten Nationen ignoriert und der gesamten Region seine Bedingungen aufgezwungen. Die US- Administration unter der Führung des sichtlich überforderten Präsidenten, Bush hat ihm dabei völlig freie Hand gelassen.
Die Ergebnisse dieser Politik liegen nun vor aller Augen: von einem Frieden ist der Staat Israel weiter entfernt als je zuvor, der Terror ist nicht besiegt, sondern hat sich intensiviert, weite Gebiete des Staates Israel sind zur Kampfzone geworden, während die israelischen Militärs im Namen der "Selbstverteidigung" immer neue Ziele, außerhalb ihrer Staatsgrenzen anvisieren, die arabische Bevölkerung der gesamten Region betrachtet Israel als den zu schlagenden, verhaßten Feind. Der Verlauf des Krieges gegen den Irak, den Bush auf Einflüsterung israelischer Generäle und Politiker begonnen hatte, zeigt , daß man den falschen Weg verfolgt: während der Irak im Chaos und im Bürgerkrieg versinkt und immer mehr US-Soldaten ihr Leben für eine verlorene Sache lassen müssen, ist der internationale Terrorismus stärker geworden und die Unstabilität in der Region hat zugenommen.
Diese nüchterne Analyse wird von vielen Israelis geteilt, auch wenn derzeit die Vertreter der "harten Hand" noch in der Mehrzahl sind und den Ton angeben. Besonders in der Armee, die täglich Verluste hinnehmen muß, häufen sich aber die Stimmen, die diesen Kurs nicht mehr mittragen. Was Israel derzeit im Libanon aufführt ist eine barbarische, menschenverachtende Aktion: angeblich um die Hisbollah zu vertreiben wird eine Politik der verbrannten Erde betrieben, der Tausende von Zivilisten zum Opfer fallen, ganze Dörfer werden ausgelöscht, die Grundstrukturen der Gesellschaft wie Wasser-und Elektrizitätswerke, Verbindungswege werden systematisch zerbombt. Noch schlimmer geht es im Gazastreifen zu, wo die israelische Armee und der israelische Geheimdienst willkürlich, brutal und gnadenlos vorgehen.
Die plötzliche Verschärfung der Krise im mittleren Osten wird vor allem von israelischen und zionistischen Kreisen in den USA betrieben, die eine Ausweitung der Kriegshandlungen auf die angrenzenden Staaten wie Syrien und Iran anstreben. Die USA-Streitkräfte sollten die Drecksarbeit bei dieser angeblich entscheidenden "Aufräumaktion" leisten, die keine endgültigen Lösungen, sondern nur neue dramatische Konflikte zur Folge hätte.

aus "Le Monde"

Es ist auch fraglich, ob eine inzwischen kritischer gewordene öffentliche Meinung in den USA dies billigen würde, Europa macht sowieso nicht mit.
Nur die Aufnahme von echten Verhandlungen, die nicht unter dem Diktat israelischer Vorbedingungen stehen, kann zum Ausweg aus der Krise und aus der immer gefährlicher werdenden Situation führen. Die israelischen Politiker müssen endlich einsehen, daß weder ein hoher Grenzzaun, noch Waffen und Atombomben und schon gar nicht die Funktion Israels als Gendarm der USA echte Garantien für den Weiterbestand ihres Staates darstellen. Der Staat Israel ist wegen seiner aggressiven Machtpolitik gefährdet und kann so nicht weiter existieren, er muß eine angemessene Rolle in der Region finden, indem er den Ausgleich mit den moderaten arabischen Kräften sucht, die an einem stabilen Frieden interessiert sind. Hamas ist bei den letzten Wahlen nicht stark geworden, weil die Palästinenser zur Gewalt neigen, sondern weil die brutale Unterdrückungspolitik eines Ariel Sharon die Position der gemäßigten palästinensischen Führer enorm geschwächt hat.
Das wissen auch viele Juden, die in der Diaspora leben und die Mehrzahl des jüdischen Volkes darstellen. Sie sind in ihrem eigenen Interesse an einer friedlichen Lösung im mittleren Orient interessiert und verfolgen mit großer Sorge die militärischen Eskapaden ihrer israelischen Glaubensgenossen.
Eigenartig ist die Rolle jener lautstarken jüdischen Intellektuellen, die in europäischen Städten, weit vom Schuß, mit sehr kriegerischen Akzenten ihre Solidarität zu Israel bekunden, aber keineswegs gewillt sind sich selbst und ihre Kinder in das "gelobte Land", zu begeben. Dafür sind sie aber entschlossen jeden, der eine Kritik an der jetzigen israelischen Politik formuliert, als bösartigen Antisemiten zu brandmarken.

Salomon

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