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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
22. Jahrgang - Nr.2 März/April 2006 - erscheint zweimonatlich
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Prodi am Zug
Knapper Sieg der Mitte-Links-Koalition - die SVP behält ihre Positionen
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Nachwahlpanorama
Gewinner und Verlierer dieser Wahl in Südtirol
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Vom Krötenschlucken

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Denkmäler und Symbole
Eine nicht gelungene Vergangenheitsbewältigung
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Die SVP-Cliquenwirtschaft
Kein Mut zur Veränderung
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Die Buchbesprechung
Tirolese per scemi
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Falsche Politik und dumme Sprüche

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Der neue Staatspräsident Giorgio Napolitano

Staatspräsident Giorgio Napolitano

Nach dem knappen Sieg bei den Parlamentswahlen ist es dem Mitte-Links-Block auch gelungen einen Mann seiner Wahl an die Spitze des Staates zusetzen. Giorgio Napolitano ist eine Persönlichkeit von großem Prestige, der als Senator auf Lebenszeit bereits aus dem politischen Alltag ausgeschieden war. Als Sohn einer bürgerlichen Familie ist Napolitano 1945 in die Kommunistische Partei Italiens eingetreten und hat dort stets den gemäßigten, reformistischen Flügel vertreten.. Nach dem Fall der Berliner Mauer setzte er sich für die Umwandlung der Kommunistischen Partei in eine sozialdemokratische Bewegung ein, die zur Partei der Demokratischen Linken wurde. In der ersten Regierung Prodi übernahm 1996 Napolitano den Posten des Innenministers. Als durch das Schengener Abkommen die Staatsgrenzen abgebaut wurden, war er am 1.April 1998 am Brenner und feierte mit LH Durnwalder und dem österreichischen Innenminister Schlögl diese Etappe der europäischen Einigung. "Gemeinsam müssen wir versuchen das unheilvolle Erbe von Faschismus und Nazismus überwinden, damit sich unsere Jugend ohne Angst und Sorge im Ideal Europa wiederfindet", das waren damals seine Worte. Nicht nur bei dieser Gelegenheit hat er die Probleme Südtirols aufmerksam studiert. Zum sogenannten italienischen "disagio" im Lande meinte er: " Wenn es demographische Hinweise gibt, daß die Italiener im Lande abnehmen, so heißt das für mich nicht, daß diese unterdrückt werden." 1998 setzte sich Napolitano als Innenminister dafür ein, daß die Südtiroler Schützen ihre historischen Waffen wieder tragen dürfen. Im Gegensatz zur ersten Regierung Berlusconi, die einen Prozeß gegen das EU-Büro der Südtiroler in Brüssel angestrengt hatte, bezeichnete Napolitano diese Tat als "gelungenen Schritt grenzüberschreitender Zusammenarbeit". Im Jahr 1999 wurde Giorgio Napolitano ins Europäische Parlament gewählt, als Präsident der Verfassungskommission hatte er wesentlichen Anteil an der Ausarbeitung einer europäischen Verfassung.
Napolitano ist ein Mann der leisen Töne. Ausgewogenheit, gute Manieren und ein eleganter Stil sind seine hervorragenden Kennzeichen. Seine Landsleute bezeichnen ihn deswegen als den Neapolitaner mit den Eigenschaften eines britischen Lord. Die SVP-Parlamentarier haben zur Wahl Napolitanos an die Spitze des Staates beigetragen und damit dem Land Südtirol einen guten Dienst erwiesen.

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