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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
22. Jahrgang - Nr.2 März/April 2006 - erscheint zweimonatlich
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Prodi am Zug
Knapper Sieg der Mitte-Links-Koalition - die SVP behält ihre Positionen
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Nachwahlpanorama
Gewinner und Verlierer dieser Wahl in Südtirol
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Vom Krötenschlucken

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Denkmäler und Symbole
Eine nicht gelungene Vergangenheitsbewältigung
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Die SVP-Cliquenwirtschaft
Kein Mut zur Veränderung
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Der neue Staatspräsident Giorgio Napolitano
Ein Freund Südtirols
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Falsche Politik und dumme Sprüche

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Die Buchbesprechung

Ein verkorkster Sprachführer. Von mir aus könnten die Zehn Gebote um ein elftes erweitert werden. Du sollst dich nicht an deiner Sprachen vergreifen! Denn, mir ist mein Dialekt heilig. Da muß man nicht patriotisch eingestellt sein. Nein, es genügt Südtiroler zu sein. Die Hochsprache ist zweifelsfrei auch sehr wichtig, aber unser unverkennbarer Dialekt macht uns erst zu dem was wir sind. Der deutsch Dialekt ist unsere Muttersprache. Dabei ist der Begriff Muttersprache nicht historisch gewaschen und erst im 19. Jahrhundert aus dem englischen eingedeutscht worden. Wer‘s nicht glaubt, dem liefere ich gerne die Belege.
Das was uns hier als Sprachführer angeprangert wird, ist nichts anders als ein Sammelsurium von Dialektausdrücken die alphabetisch gereiht sind. Als literarischen "Führer" versteht sich etwas anders, als das bloße Aufzählen und den entsprechenden Gegenbart in Deutsch zu liefern. Ja, so wird uns weiß gemacht, daß wir und unsere Touristen "pipplen, fingerlen, wixn, prunzn, zuzzln", usw. Auf letztere mag es großteils zutreffen, aber wir die wir in unserem Land hausen müssen brauchen einen Tschotten, die Palabirn, die Stoanpeppilan, das Poxilemehl, die Bummser und den Volksboten, dass wir körperlich und geistig nix verhungern. In weiten Strecken ist die Publikation ordinär und reißerisch und die Herausgeber haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Somit können sich "Polli" schimpfen lassen, welche ein abartiges Südtirolerisch sprechen.
Die Macher haben sich schon in der Quellenangabe selbst disqualifiziert. Ganze fünf Einträge finden sich, und davon verweist einer auf "Gemeindeblätter". Welche das sind ist nicht angeführt. Auch die verwendeten Abkürzungen kommen nicht über fünf hinaus; "itl., ugs., Südt. und Pust.". Diese dilettantische Herangehensweiße spiegelt sich natürlich im Werk wieder. Es finden sich eine Vielzahl von Ausdrücken, mit der selbst ein verwurzelter Südtiroler nichts anfangen kann, denn es fehlen die orthographischen Zuordnungen. Fazit: Eine publizistische "Fregatura" die "gewatsch‘t" gehört. Auf solche Bücher kann unser Südtirol verzichten!
armin peter zh, 110305

Sprechen Sie Südtirolerisch? Ein Sprachführer für Einheimische und Zugereiste. Alexander Larch und Angelika Unterholzner, Ueberreuter 2004,

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