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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
21. Jahrgang - Nr.6 November/Dezember 2005 - erscheint zweimonatlich
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Blick nach vorn
Was im Land verbessert werden muß
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1809 - Mythos und Wirklichkeit
Der Bauernaufstand gegen Bayern unter Andreas Hofer
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Eine Finanzpolitk der Widersprüche
Wie das Land wirtschaftet
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Öffener Brief zum neuen Alkoholgesetz

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Der Rotationswahn
Seltsame Vorstellungen zum Autonomiestatut
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Ein österreichischer Skandal
Der Streit um zweisprachige Ortstafeln in Kärnten
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Die Meinung
sich selbst an der Nase ziehen!

Der Vogel der Selbsterkenntnis

vorne weg: jede form von extremismus, intoleranz und gewalt ist nicht zu tolerieren. da wir lieber mit vorurteilen operieren als uns auseinander zu setzten zerreissen wir erwachsene suedtiroler perfide die maeuler. ob nun am kuechentisch vor den kindern, oder mit kollegen wenn der tag lang und die neige im glas steht. daß heranwachsende unreflektiert dem gleich tun ist nur logisch, hat aber nichts mit militante, neonazitum zu tun. mit rechtsextremismus im weiteren sinn in suedtirol verhält es sich gleich wie mit dem missbrauch von alkohol. kollektiv geben wir uns dem legalen rauschmittel alkohol hin, aber die jugend wird zum suendenbock gestempelt. wir tragen eine kollektive verantwortung was menschenverachtendes denken, tun und handeln angeht. das vergessen wir gerne, wenn wir verbale gewalt mit einem lacher kommentieren. neben elternhaus, massenmedien, aber auch unsere politischen entscheidungstraeger sind vorbilder, zur Legitimation eines subtilen rassismus quer durch unsere gesellschaft. ob nun "der-schlogene und vergaste" oder des luis‘ens redewendung der "oesterreichischen minderheit in italien". das sind beispiele von volks-dumms-politischer "panonia" und naehrloesungen fuer "krebsgeschwuere". in suedtirol ist der rechtsextremismus nicht ethnisch einzuordnen. das was neulich (un- oder zurecht, denn es gilt noch die unschuldsvermutung) den ueberetschern, poeder & co passiert ist, koennte morgen auch unseren welschen widerfahren. holzmann & co pilgern jeden 4. november vor das siegesmonument, was ideologische parallelen zur "fronte veneta" zulaesst. die welschen huldigen mit lorbeerkranz und die unsrigen machen auf freizeit-marschier-verein. so sieht die realitaet aus, und diese wird weniger von jugendlichen gepraegt, als vielmehr durch unser erwachsenes vorleben. unsere volksgruppen tragen heute noch immer mit wuerde ihre einstigen opferrollen und es wäre an der zeit daß sich schuldig bekennen, daß wir einst mitgerannt sind, denunziert und uns bereichert haben. verdammt noch mal, das offizielle suedtirol samt den taetern von einst sollte abbitte leisten. unsere schwarz-braune historie wuerde dadurch sicherlich entmystifiziert und an attraktivitaet verlieren.

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