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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
21. Jahrgang - Nr.6 November/Dezember 2005 - erscheint zweimonatlich
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Blick nach vorn
Was im Land verbessert werden muß
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1809 - Mythos und Wirklichkeit
Der Bauernaufstand gegen Bayern unter Andreas Hofer
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Eine Finanzpolitk der Widersprüche
Wie das Land wirtschaftet
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Die Meinung
sich selber an der nase ziehen
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Der Rotationswahn
Seltsame Vorstellungen zum Autonomiestatut
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Ein österreichischer Skandal
Der Streit um zweisprachige Ortstafeln in Kärnten
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Öffener Brief zum neuen Alkoholgesetz

Jede Maßnahme, die darauf abzielt, den Konsum von Alkohol zu reduzieren, ist zu begrüßen, denn unbestritten ist Alkohol das legale Rauschmittel bzw. Suchtmittel oder umgangssprachlich die Droge schlechthin in Südtirol. Verbote nützen nichts, als vielmehr den bewußten Umgang mit dem Rauschmittel Alkohol vorzuleben und diesbezügliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Die negativen Auswirkungen von Alkohol gehen uns alle an. Es ist vielmehr ein Problem der Erwachsenenwelt als jenes der Jugend. Die Jugend hat zwar leider einen problematischen Probierkonsum, aber nicht, wie landläufig kolportiert, ein Alkoholproblem.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.
Für die Jahre 1999-2003 erhob die Epidemiologische Beobachtungsstelle unseres Landes (Abteilung 23) die Anzahl der Personen, welche aus unseren Krankenhäusern mit der Diagnose Alkoholintoxikation entlassen wurden. Im Jahresdurchschnitt sind das 1500 Südtiroler und die Spitze mit 23 Prozent bildet die Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren. Jugendliche unter 19 Jahren hingegen schlagen nur mit 5 Prozent zu Buche. Dabei ist auch zu bedenken daß ab dem 16. Lebensjahr legal Alkohol konsumiert werden darf.


Epidemiologische Beobachtungsstelle unseres Landes (Abteilung 23). Diagnose Alkohol-intoxikation für die Jahre 1999 - 2003
AltersstufenProzent
- 195%
20-295%
30-3911%
40-4918%
50-5923%
60-6921%
70-7913%

"Alkohol - Opium fürs Volk".
Die Giftigkeit von Alkohol als neurotoxische Substanz zeigte eine Studie auf, welche 1998 im Auftrag der französischen Regierung vorgestellt wurde. Weltweit wurde zum ersten Mal eine "Richter-Skala" der Gefährlichkeit von illegalen und legalen Rausch- und Suchtmittel (Drogen) erstellt. Der Studie zufolge lassen sich Drogen in drei Risikogruppen einteilen. "Zu den gefährlichsten Mitteln zählen die Opiate, Alkohol und Kokain. In die mittlere Kategorie fallen Ecstasy, Aufputschmittel, Beruhigungsmittel und Tabak. Relativ geringe Risiken gehen mit Cannabisprodukten wie Haschisch und Marihuana einher." Quelle: Die Zeit, 1998


Es hat wenig Sinn, neue Gesetze zu erlassen, wenn bestehende nicht eingehalten werden, aber auch die Vorbildwirkung der Erwachsenen zu wünschen übrig läßt. Verwundert auch nicht, da fünf Prozent der Südtiroler am Alkohol erkrankt sind, was runden 22.000 Personen gleichkommt. Neben den bekannten Ausschank- und Verkaufsverboten unter 16 Jahren gibt es zum Beispiel eine Verordnung des Landeshauptmannes vom 20. April 1990, welche ein Alkoholverbot in Sportstätten vorsieht. Ich verwette etwas, daß es ungeachtet dessen dennoch unzählige diesbezügliche Ausschanklizenzen in unserem Land gibt.
Somit können getrost neue Gesetzte erlassen werden, es wird sich wenig ändern. Weiterhin wird "gegossen statt genossen" (wobei es andersherum sein sollte), denn der Alkohol als Wirtschaftszweig im Tourismusland Südtirol fährt satte Gewinne ein. Und überhaupt, als Sündenböcke haben wir ja unsere Jugend. Prosit Neujahr!

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