Suedtirolernachrichten Logo
Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
21. Jahrgang - Nr.4 Juli/August 2005 - erscheint zweimonatlich
| ZUR EINSTIMMUNG... | ARCHIV | KONTAKTIERE UNS|
Spacer
Spacer
Spacer
Die Herausforderung
LR Theiner versucht gegen viele Widerstände im eigenen Lager das teure und ineffiziente Gesundheitssystem zu reformieren.
Spacer
Spacer
Südtirol und die phantomatische österreichische Nation
Eine Sommerlochdiskussion
Spacer
Spacer
Richtige Entscheidung der SVP-Führung
Volle Unterstützung des italienischen Mitte-Linkskandidaten bei der Gemeinderatswahl in Bozen
Spacer
Spacer
Grünes...

Spacer
Spacer
EinVorschlag zur Stärkung der Rechte und Funktion des Landtages

Spacer
Spacer
Ruck nach Link
Kommentar zur Bundestagswahl
Spacer
Spacer
Das umstrittene und völlig überflüssige Motorsportzentrum in der "Frizzi-Au"

Spacer
Spacer
Meraner Probleme

FLIESSEND WARMWASSER...
Zuerst die gute Nachricht: Im Dezember werden mit einem Jahr Verspätung in Meran die Thermen eröffnet. Jetzt die schlechte Nachricht: Es handelt sich nach wie vor nicht um Thermen, weil gar kein Thermalwasser vorhanden ist. Vergeblich hat man mit erheblichem Kostenaufwand im Stadtteil Sinich nach Thermalwasser gegraben. Nun muß man sich weiterhin mit normalem Leitungswasser begnügen, das entsprechend aufgewärmt wird. Das dürfte wohl etwas mehr kosten als geplant, denn seit dem Baubeginn hat sich der Ölpreis mehr als verdoppelt.
Bei Vorstellung des Projektes hat der Präsident der Thermen AG Manfred König erklärt, man wolle sich am Beispiel von Bad Ragaz in der Schweiz orientieren. Davon ist man offensichtlich abgerückt, denn in Bad Ragaz steht der ärztlich-kurative Aspekt im Vordergrund, während in Meran dieser knapp ein Fünftel der Struktur ausmacht, der Rest ist "Wellness". Nun wird man sehen, ob dieser große Komplex, dem man einen Teil des alten Parks und ein sehr schönes Freibad geopfert hat, der Kurstadt etwas bringt, oder ob die Betriebskosten den Erfolg in Frage stellen.

FEINSTAUB
Mit den ersten Herbstnebeln kommen pünktlich die Diskussionen über die Feinstabbelastung in den Städten, vor allem im Talkessel von Bozen und Meran. Nun versuchen die Gemeindeverwalter der Bevölkerung wirksame Gegenmaßnahmen zu vermitteln. Kürzlich wurden wieder alternative Fahrverbote mit geraden und ungeraden Nummerschildern an zwei Tagen in der Woche angekündigt.
Abgesehen davon, daß es eine Reihe von Ausnahmen gibt und eine genaue Kontrolle kaum möglich ist, haben sich solche Initiativen als wenig wirksam erwiesen. Die Grundfrage lautet: sind die Bürger wirklich gewillt, den innerstädtischen Verkehr einzuschränken? Die Meinungen sind geteilt. Besonders eine starke Gruppe von Kaufleuten möchte, daß die Kundschaft mit ihrem motorisierten Untersatz bis zum Geschäft fahren kann, sonst käme es zu massiven Einkommensverlusten.
Nun gibt es eine Reihe von Beispielen, die dies eindeutig widerlegen. Die Fußgängerzonen gewinnen zunehmend an Attraktivität Aber kaum jemand hat den Mut, den Kampf mit den mächtigen Lobbys aufzunehmen und alternative Initiativen zu vertreten. Meran ist dafür ein klassisches negatives Beispiel. Obwohl man einerseits Kurstadt sein möchte, unternimmt man andererseits wenig, um eine der Grundbedingungen, nämlich eine saubere Luft zu garantieren. Besonders in der Saison, also von April bis November, staut sich der motorisierte Verkehr bis ins Zentrum und verwandelt die Kurstadt in eine Gaskammer. Dazu tragen auch die 40 bis 50 Reisebusse bei, die täglich ebenfalls bis ins Zentrum fahren dürfen. Es ist skurril, aber für die Einstellung der Meraner Gemeindeverwaltung typisch, daß das sich im Bau befind - liche Luxushotel direkt neben der größten Parkgarage der Stadt entsteht. Die Kurstadtluft dürfte dort ziemlich viel Kohlenmonoxid enthalten.

Kurstadt Meran

Obwohl die Situation immer akuter wird - im Winter tragen die Heizungen wesentlich zur Luftverpestung bei - unternimmt die Gemeindeverwaltung schlechthin NICHTS. Sie redet sich auf den im Sommer 2005 beschlossenen Küchelbergtunnel hinaus, der noch nicht einmal in der Planung besteht und der bestenfalls in zehn Jahren fertig sein dürfte. Bis dorthin sind möglicherweise auch etliche Befürworter dieses Megaprojektes an den Folgen der Luftverschmutzung gestorben.
So lange kann die Kurstadt nicht warten, es muß etwas geschehen. Es bieten sich eine Reihe von rasch machbaren Alternativen an. Meran hat im Stadtteil Untermais ein sehr großes Areal an unbenützten, leerstehenden Kasernen. Man könnte dort einen zentralen Parkplatz einrichten und dafür eine Reihe von umweltfreundlichen kleineren Bussen einsetzen, die das Stadtareal, das nicht so groß ist, ausreichend und ökonomisch bedienen. Die kleinere Stadt Brixen hat mit einer solchen Einrichtung, die erst in diesem Jahr verwirklich worden ist, gute Erfahrungen gemacht.
Man kann auch verlangen, daß der/die Meraner/in ihrer KURSTADT zuliebe gewisse Einschränkungen beim Einsatz ihrer motorisierten Fahrzeuge hinnehmen, umsomehr als der Treibstoff immer teurer wird. Man könnte auch diese Tendenz fördern, indem die Gemeinde vorschreibt, daß jeder Autobesitzer ein Abonnement für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen muß. Das hat sich in einigen Städten Skandinaviens sehr bewährt. Der große Publikumserfolg der in diesem Jahr "wiedererweckten" Vinschger Bahn, zeigt, daß in der Bevölkerung ein Umdenkungsprozeß in Gange ist
Allmählich setzt sich nämlich die Erkenntnis durch, daß wir alle im Interesse der Erhaltung unserer Umwelt und auch der eigenen Gesundheit mehr tun müssen als bisher.

  go to the top

Valid HTML 4.01!  Valid CSS!