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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
21. Jahrgang - Nr.4 Juli/August 2005 - erscheint zweimonatlich
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Die Herausforderung
LR Theiner versucht gegen viele Widerstände im eigenen Lager das teure und ineffiziente Gesundheitssystem zu reformieren.
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Südtirol und die phantomatische österreichische Nation
Eine Sommerlochdiskussion
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Richtige Entscheidung der SVP-Führung
Volle Unterstützung des italienischen Mitte-Linkskandidaten bei der Gemeinderatswahl in Bozen
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EinVorschlag zur Stärkung der Rechte und Funktion des Landtages

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Ruck nach Link
Kommentar zur Bundestagswahl
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Das umstrittene und völlig überflüssige Motorsportzentrum in der "Frizzi-Au"

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Meraner Probleme
Die sogenannten Thermen und der Feinstaub
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Grünes...

Die kommende Gemeindewahl in Bozen hat neue Turbulenzen in der Grünen Partei verursacht. Bereits beim ersten Wahlgang war die Grüne Liste, trotz der Präsenz ehemaliger Spitzenvertreter, weit unter ihren Erwartungen geblieben. Die Ursache für diesen Wählerschwund ist eindeutig: Während die Grünen besonders durch ihren Einsatz für die Umwelt immer größeren Zuspruch unter den Deutschsprachigen finden, nimmt ihre Attraktivität unter den Italienern ab. Letztere haben in den Grünen vor allem ein Modell zur Einschränkung der Macht der SVP gesehen. Das von Alexander Langer erfundene Zauberwart war "Interethnizität". Was man eigentlich darunter verstehen sollte, ist nie ganz geklärt worden, ein solcher Begriff kommt auch im Autonomiestatut nicht vor.
Nun protestieren einige Grüne dagegen, daß dieses Zauberwort bei den anstehenden Gemeindewahlen in Bozen zu wenig Anwendung findet. Dabei ist es offensichtlich, daß derzeit niemand etwas damit anfangen kann. Hier geht es nämlich um die Auseinandersetzung zwischen einer rechten nationalistischen, durchwegs autonomiefeindlichen Front, und den Bürgern beider Sprachgruppen, die zu dieser Autonomie stehen. Die Tatsache, daß die Deutschsprachigen einen italienischen Kandidaten eindeutig unterstützen, ist mehr wert als das Gefasel über die Interethnizität. Mehr an praktizierter Interethnizität kann man sich nicht vorstellen.
Die politische Entwicklung zwingt die Grünen, sich mit der Realität auseinanderzusetzen und ideologische Wunschträume aufzugeben. Das wirkt sich in der Praxis recht deutlich aus. So ist inzwischen dem italienischen grünen Landtagsabgeordneten Riccardo dello Sbarba seine italienische Wählerschaft abhanden gekommen und es gibt keinen Hinweis dafür, daß er diese wieder zurückholen könnte. Er macht das Autonomiestatut dafür verantwortlich und das mag auch zum Teil stimmen. Aber es ist unrealistisch zu glauben, daß man an diesem Statut herummanipulieren könnte, wie es in offener und versteckter Weise all die zahlreichen italienischen Nationalisten immer wieder fordern.
Die Grünen haben als ökologische Partei ein großes Betätigungsfeld in Südtirol und sie sprechen immer mehr Leute an, die sich dieser Problematik bewußt sind. In vielen Teilen des Landes ist das ökologische Gleichgewicht bereits empfindlich gestört und es sind die Grenzen einer Entwicklung erreicht, die nunmehr zerstörerisch wirkt. Mächtige wirtschaftliche Interessen trampeln nieder, was in Jahrhunderten gewachsen und sorgsam gehegt worden ist. Das gilt für den derzeitigen Bauboom wie für den Verkehr. Überall wachsen die Baukräne in den Himmel und es werden Bauten errichtet, die als reine Spekulationsobjekte anzusehen sind, weil sie auch wegen der hohen Preise keineswegs den Bedürfnissen und Planungen der lokalen Bevölkerung entsprechen. Dasselbe gilt für die oft gigantischen Verkehrsprojekte, die kaum Rücksicht auf die Lebensumstände und die Lebensqualität der Einwohner nehmen.

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