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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
21. Jahrgang - Nr.2 März/April 2005 - erscheint zweimonatlich
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Es hat sich etwas verändert
Zum Ergebnis der Bozner Gemeindewahlen
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Erinnern statt Verdrängen
Der Völkermord an den Armeniern im Jahre 1915
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Das Kabinett Berlusconi 2
Der Lack ist ab
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Abkehr vom zentralistischen Nationalstaat
Ein Tabu wir in Frage gestellt
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Vom Zwang des Machbaren
Eine Betrachtung von Herbert Rosendorfer
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Leserinbrief

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Die Sprachgruppenerklärung

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Der schwierige Umgang mit der Vergangenheit
Zum 60. Jahrestag des Kriegsendes
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Der mißlungene Coup

Es gibt ein italienisches Sprichwort, das besagt: "Il diavolo fá le pentole, ma non i coperchi", zu deutsch, der Teufel macht die Pfannen, aber nicht die Deckel dazu. Das paßt recht gut auf die Geschichte um die Vinschger Bezirkszeitung "der Vinschger", die in den letzten Wochen immer spannender geworden ist.


Die von Vinschger Unternehmern ins Leben gerufene Bezirkszeitung "Der Vinschger" war ein journalistischer und finanzieller Erfolg. Die Verlagsanstalt Athesia, die das publizistische Monopol in Südtirol anstrebt, versuchte mit einem Konkurrenzblatt und mit oft recht ruppigen Methoden dagegen anzugehen.
Als dies nicht gelang, startete Athesia eine Aktion, um in den Besitz der Mehrheit der Anteile des "Vinschger" zu gelangen und sparte dabei nicht mit Geld und Versprechungen. Diese "feindliche Übernahme" wurde von der breiten Mehrheit der beim "Vinschger" Beschäftigten abgelehnt. Noch vor der Vollversammlung der Aktionäre am 21. April kündigte die überwältigende Mehrheit der Belegschaft. Gleichzeitig wurde bekanntgegeben, daß Vinschger Aktionäre eine neue Gesellschaft gegründet hätten, um ein neues Bezirksblatt herauszugeben. Dieses trägt den Titel "Vinscher Wind" und ist bereits ausgeliefert worden.
Am 28. April erschien noch ein Heft des "Vinscher", diesmal bereits unter neuer Führung. Der bisherige Korrespondent der "Dolomiten" kündigte in einer kurzen redaktionellen Mitteilung an, daß er nunmehr die Leitung des Blattes übernommen habe, näheres über die Hintergründe der ganzen Geschichte wurde nicht mitgeteilt. Dieses Vorgehen entspricht der bisher verfolgten Medienpolitik der Athesia, die sich durchwegs darüber ausschwieg und sogar lange Zeit bestritt, im Besitz der Mehrheitsanteile des "Vinschger" zu sein. Offensichtlich will der Direktor der Athesia Michl Ebner die erlittene Niederlage, die vermutlich mit finanziellen Verlusten verbunden war, bald vergessen machen.
Nun wird man sehen, wie sich die Dinge weiter entwickeln und wie sich die Menschen im Vinschgau der neuen Herausforderung stellen: auf der einen Seite steht die finanzielle und publizistische Macht des Konzerns Athesia, auf der anderen die Kreativität und der Unternehmergeist einer Talschaft, die ihre Eigenständigkeit bewahren will.

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