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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
21. Jahrgang - Nr.1 Jänner/Februar - erscheint zweimonatlich
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Die Bombenjahre im Film
Eine kritische Beurteilung
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Ignoranz oder Arroganz?
Zum Stellenwert der Opposition in Südtirol
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Die Minderheiten und die große Politik
Das Beispiel von Schleswig Holstein
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Aus Landtag und Region

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Die Erlebnisgesellschaft
Eine Erzählung von Herbert Rosendorfer
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Kurbad Meran
"Gesundheit und Wohlbefinden made in Südtirol"
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Qualität und Quote
Zur Brixner Tagung über Radio und Fernsehen
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Gemeindewahlen
Perspektiven für Bozen und Meran
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Ein fraglicher Sieg

Nun scheint es festzustehen: Der Athesiaverlag kontrolliert nach einer langen Übernahmeschlacht die Mehrheit der Anteile an der Vinschger Medien GmbH, welche die Bezirkszeitung "Der Vinscher" herausgibt. Große Umstellungen im Betrieb hat es noch nicht gegeben, auch weil laut Statut derzeit kein einzelner Aktionär mehr als zehn Prozent der Anteile besitzen darf. Nur eine Zweidrittelmehrheit kann eine Statutenänderung beschließen, aber auch dies dürfte den Athesia-Leuten und ihren Strohmännern noch gelingen.


Bei seinem ersten offiziellen Auftritt vor der Belegschaft des "Vinschger" hat der Athesia-Direktor Michl Ebner sich als guter Kaufmann vorgestellt, der sich an einem florierenden Betrieb beteiligt. Das ist natürlich nur ein Teilaspekt, denn es geht um etwas ganz anderes, es geht um eine De-facto-Monopolposition in den Printmedien, die der Athesiaverlag seit Jahrzehnten in Südtirol innehat und mit allen Mitteln verteidigt.
Dieses Verhalten ist an sich in der kapitalistischen Gesellschaft, in der wir leben, als normal anzusehen, der Profit ist eben der Maßstab des Erfolges und rechtfertigt (fast) alles. Was diese Angelegenheit anrüchig macht, ist der Umstand, daß Geschäft, Politik, Machtstreben und Profitmaximierung zu einer Suppe zusammengerührt werden, die vielen Südtirolern ungenießbar erscheint. Auch Art und Stil, wie man die Aktionäre "geworben" hat, dürften kaum den christlichen Grundsätzen entsprechen, denen der Verlag angeblich verpflichtet ist.
Wahrscheinlich ist die "Einebnerung" wie sie "der Vinschger" bereits im Sommer 2004 befürchtete, nicht mehr aufzuhalten, wahrscheinlich bringt dieser erfolgreiche Coup auch einen schönen Batzen Geld in die Kas- sen der Athesia, wahrscheinlich festigt er momentan

deren Vormachtstellung in der Südtiroler Medienlandschaft.
Aber der Politiker Ebner müßte wissen, daß es Stimmungen in der Öffentlichkeit gibt, die man nicht ignorieren kann und die vermeintliche Erfolge in eine Niederlage verwandeln können. Bereits bei seiner Nominierung zum SVP-Kandidaten für das Europaparlament hat er in der eigenen Partei heftigen Gegenwind zu spüren bekommen und dieser galt vor allem dem Machstreben und der Arroganz seiner Athesia. Die Tatsache, daß eine kleine Bezirkszeitung, die sich mühsam ihren Freiraum geschaffen hatte, im Namen des Profits und der Machtkonzentration geschluckt wird, schafft nicht nur im Vinschgau böses Blut.
Die Zeiten der Einheitspartei sind vorbei, das zeigen die vielen Bürgerlisten, die bei diesen Gemeindewahlen in allen Teilen des Landes auftreten. Vorbei ist auch die Zeit der Einheitsmeinungen. Heute braucht Südtirol mehr als je Pluralismus und Meinungsvielfalt.

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