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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
20. Jahrgang - Nr.6 November/Dezember - erscheint zweimonatlich
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...noch nicht in Europa angekommen
Zur Einwanderung und Integration der Muslime
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Die Frauenquote
Die geringe Frauenpräsenz in der Politik
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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

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Auf der Suche nach Inhalten und Zielen
Das grüne Dilemma - Postfaschistische Bruderkämpfe
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Hofübergabe...
Probleme der "Arbeitnehmer in der SVP"
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Von den Pendlerzügen zur Brücke von Messina
Das desolate Eisenbahnsystem
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Für echten Wettbewerb im Gesundheitswesen
Der fragliche Vorstoß der Spitalsärzte
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Lauter erotische Wortgeschichten

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Aus der Sammelpartei

Was macht eigentlich der Steuermann?

Seit fast einem Jahr ist der neue SVP-Obmann Elmar Pichler-Rolle nun im Amt, aber bisher hat er noch keine Akzente gesetzt. Manche meinen, er hätte sich bisher wie ein apostolischer Visitator benommen, der sich erst ein Bild über die Lage machen muß, andere glauben, daß er sein Amt als eine Form von Ombudsmann betrachtet, bei dem die verschiedenen Richtungen ihre Klagen und Wünsche einbringen können. Von einer richtungsweisenden Führungsrolle des neuen Steuermannes ist bisher keine Rede.
Gleich nach seinem Amtsantritt schien es so, als ob Pichler-Rolle gegenüber der deutschen Opposition einen neuen Kurs steuern würde. Es ging dabei um die Konfrontation mit den Südtiroler Kandidaten zum Europaparlament und es kam sogar in Algund zu einer öffentlichen Diskussion zwischen Ebner, Kußtatscher und Klotz. Man konnte meinen, daß er diesen Dialog fortsetzen werde. Obwohl mit der Wahl Kusstatschers nun ein weiterer Südtiroler in Brüssel ist und eine minimale Koordination im Interesse des Landes sicherlich sinnvoll wäre, hat sich diesbezüglich nichts getan.
Auch bei den Nachwahlen zum Gemeinderat von Olang hat sich die SVP nicht von ihrem bisher proklamierten Alleinvertretungsanspruch der Südtiroler entfernt. Der Bürgerliste ist die Tür vor der Nase zugeschlagen worden und keiner ihrer fünf Exponenten ist in den Ausschuß aufgenommen worden. Man sagt, daß vor allem Bozen dabei sein Veto eingelegt habe.
Aber wer ist in diesem Falle mit Bozen gemeint? Normalerweise müßte der Parteiobmann Flagge zeigen und der Partei gewisse Richtlinien vorgeben. Davon ist keine Spur zu sehen. Auch die Diskussion über wichtige Vorschläge, die nun im Raum herumschwirren, wie etwa die Ernennung eines dritten italienischen Landesrates, findet ohne den Beitrag Pichler-Rolles statt. Es ist der Landeshauptmann, der in der Debatte die Akzente setzt.
Bereits der Obmann Siegfried Brugger hatte keinen guten Stand in der Partei: als Abgeordneter in Rom war er meist vom lokalen Geschehen weit entfernt, hatte keine eigene Hausmacht und böse Kritiker meinten, er zähle in der SVP nicht mehr als der Schellunter im Kartenspiel. Aber Brugger hatte mit Thomas Widmann einen tüchtigen und loyalen Sekretär, der sich in der Parteiarbeit gut auskannte und ihm den Rücken deckte. Mit dem Abgang von Thomas Widmann in die Landeregierung hat Brugger klugerweise sofort die Obmannstelle abgetreten.
Pichler-Rolle ist derzeit in einer noch schwächeren Position als sein Vorgänger. Obwohl er als Spitzenmann der SVP in der Landeshauptstadt politisches Geschick in einer schwierigen Situation gezeigt und in einer vorwiegend italienischen Stadt die Interessen der Deutschsprachigen ganz gut vertreten hat, ist er doch dem Großteil der Basis eher fremd. Von einer eigenen Hausmacht ist überhaupt keine Rede.

Der SVP-Obmann Elmar Pichler-Rolle

Seit der Ära Magnago ist die Partei immer im Schlepptau der Landesregierung, denn dort ist das Geld, dort ist die Macht. Dorthin wenden sich auch die starken Lobbys, die eigentlich das politische Geschen im Lande bestimmen. Pichler-Rolle hat versprochen, nunmehr der Basis der Partei mehr Gehör und Einfluß zu verschaffen, geschehen ist aber noch nichts.

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