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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
20. Jahrgang - Nr.5 September/Oktober 2004 - erscheint zweimonatlich
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Das "italienische Paket"
Eine nationalistische Provokation
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Stimmen zum "italienischen Paket"

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Es tröpfelt...
Spärliches Thermalwasser für Meran
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Falsche Vorschläge
Chauvinistische Töne gegen das Autonomiestatut
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Die bittere Bilanz der "Arbeitnehmer in der SVP"
Das sozialdemokratische Mäntelchen genügt nicht
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Zum 80. Geburtstag von Egmont Jenny

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Alt-und Postfaschisten

Der Bozner Altfaschist Pietro Mitolo hat kürzlich erklärt, es habe im Sommer 1961 keine Mißhandlung von Südtiroler Häftlingen gegeben, höchstens "ein paar Ohrfeigen". Das kann nicht unwidersprochen bleiben. In meiner ärztlichen Praxis haben im Frühjahr 1963 ein Arzt aus Nordschleswig und ein Nervenarzt aus Zürich eine Reihe von Häftlingen befragt und untersucht - die diesbezügliche genaue Dokumentation muß in der Zentrale der SVP aufliegen. Der damalige SVP-Obmann Silvius Magnago hat mir dafür seinen Dank ausgesprochen.
Aus diesen Unterlagen und aus anderen objektiven Untersuchungen geht hervor, daß damals systematisch psychische und körperliche Gewalt gegen die Südtiroler Häftlinge angewendet worden ist, offenbar mit Billigung und Deckung von oben. Mir wurde damals die von der Familie gewünschte ärztliche Untersuchung eines Häftlings aus Lana im Gefängnis von Bozen ohne Angabe von Gründen verweigert, obwohl ich den zuständigen Staatsanwalt als langjährigen Schulkameraden kannte. Fragwürdig ist in diesem gesamten Zusammenhang auch die Rolle des damaligen Gefängnisarztes von Bozen.
Bestätigt wurde dieses brutale Vorgehen durch den Prozeß von Trient, in welchem die folternden Carabinieri zu (geringen) Strafen verurteilt, dafür aber vom Kommandeur des Korps General Giovanni De Lorenzo befördert und ausgezeichnet wurden.
Die Faschisten aller Nationalitäten haben aufgrund ihrer Ideologie immer die Gewalt als Mittel zur Bekämpfung ihrer politischen Gegner eingesetzt, ich habe als Jugendlicher dies noch in recht anschaulicher Form erlebt. Der demokratische Staat dürfte dies nicht dulden und auch nachher nicht rechtfertigen.
Der Postfaschist Giorgio Holzmann hat sich darüber empört, daß die Schützen in Erinnerung an die Zerreißung Tirols einen Trauerflor an die Tiroler Fahne hefteten. Wenn man sich an das erinnert, was Holzmanns politische Vorgänger den Südtirolern angetan haben, müßte der Trauerflor ständig hängen.

e.j.

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