Suedtirolernachrichten Logo
Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
20. Jahrgang - Nr.4 Juli/August 2004 - erscheint zweimonatlich
| ZUR EINSTIMMUNG... | ARCHIV | KONTAKTIERE UNS|
Spacer
Spacer
Spacer
Unter dem SVP Regime
Durnwalders Paragraphenspiele
Spacer
Spacer
Schröders mutige Mahnung
Europas Befreiung von der Naziherrschaft
Spacer
Spacer
Der Vinschger Zweikampf
Das Gesundheitswesen in der Sackgasse
Spacer
Spacer
Saurers Entdeckung
Die Stammrolle der Lehrer in Gefahr
Spacer
Spacer
Degasperi: Autonomist und europäischer Staatsmann
Eine kritische Würdigung
Spacer
Spacer
Aus der Südtiroler Medienlandschaft
Der Kampf um die journalistische Unabhängigkeit
Spacer
Spacer
Die Meinung
Die Politik braucht Träume
Spacer
Spacer
Leserbriefe

von Hubert von Wenzl, Bruneck
Umverteilung im Neoliberalismus


In vielen europäischen Ländern wächst das Volkseinkommen jährlich. Statistisch gesehen wird jeder reicher. Die Schwachstelle dieser Statistiken ist, daß sie nicht das Maß an Verteilung bewerten. Denn wie wäre es sonst möglich, dass Löhne, Gehälter, Pensionen, Bildungsausgaben und Gesundheitsleistungen gekürzt werden? Der Sozialstaat sei nicht mehr finanzierbar, wird von den neoliberalen Jüngern propagiert, und es müsse gespart werden. Wo landet das Ersparte, muß man sich aber fragen? Es ist unübersehbar, daß durch den neoliberalen Raubritterkapitalismus eine massive Umverteilung von unten nach oben oder von den Armen zu den Reichen forciert wird. Einer kleinen Gruppe von Siegern steht ein Heer von ausgebrannten Verlierern gegenüber. Der Kapitalverkehr ist frei, Gewinne wandern in Steueroasen ab. Der Standortwettbewerb führt dazu, daß Steuersätze auf Gewinne, Vermögen und Kapitalerträge weltweit in den Keller rasseln. Die Folge sind leere Staatskassen und öffentliche Armut auf einer Seite, Riesengewinne auf der anderen Seite. Ob der Kapitalverkehr frei in die Steueroasen fließen kann, ist aber eine politische Entscheidung und kein unabwendbares Schicksal. Steuergerechtigkeit kann es beim neoliberalen System nicht geben. Ein weiteres typisches Merkmal im Neoliberalismus und der globalisierten Wirtschaft ist, daß Ungleichheiten gefördert werden. Schamschwelle scheint es keine mehr zu geben. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Die Entwicklungsländer werden in noch größeres Elend geworfen, häufen immer größere Schulden an und werden immer abhängiger vom Westen. Ob dort Kinder verhungern oder an Krankheiten leiden und sterben, hat sehr wohl mit dem westlichen Wirtschaftssystem zu tun. Nicht zuletzt spielen Organisationen wie Weltbank, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Welthandelsorganisation (WTO) eine große Rolle.
Es lohnt sich, für eine ökonomisch sinnvollere, sozial gerechtere und humanere Welt zu kämpfen.

  go to the top

Valid HTML 4.01!  Valid CSS!