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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
20. Jahrgang - Nr.3 Mai/Juni 2004 - erscheint zweimonatlich
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Die Watschn
Analyse und Kommentar zur Europawahl
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Die italienische rechte Front

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Der Anti-Ebner-Effekt

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Stillstand der "Union für Südtirol"

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Das letzte Aufgebot

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In Meran diktiert die Lobby
Tunnelgeschäfte
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Neue Bücher
"Meines Vaters Land" von Wibke Bruhns
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Römische Wirren
Berlusconis Schleuderkurs
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Sprachgruppenerhebung bleibt

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Die "interethnische" Dietlinde

Interessant und aufschlussreich sind die Verschiebungen, die sich bei den Europawahlen im lokalen italienischen Lager ergeben haben. Im Mitte-Links-Spektrum hat die Liste "Uniti nell'Ulivo" über 33.000 Stimmen erzielt. Ihr Zugpferd war zweifellos die aus Südtirol stammende RAI-Journalistin Dietlinde-Lilly Gruber, die allein in Südtirol 23.508 Vorzugsstimmen bekam. Romano Prodi hatte ihr die Kandidatur für das Europaparlament angeboten, und der Erfolg, den sie auf gesamtstaatlicher Ebene erzielt hat, bestätigt die Richtigkeit dieser Entscheidung.

Dietlinde-Lilly Gruber

In Südtirol hat sie besonders in den Städten eine erstaunlich breite Zustimmung erhalten, wobei ein erheblicher Teil der bisherigen italienischen Grünwähler diesmal ihr den Vorzug gegeben hat. Aber auch auf deutscher Seite dürften auf Grund der vorliegenden Analysen kritische linke oder liberale Wähler ihr Vertrauen Lilly Gruber geschenkt haben.
Ihre Präsenz im Europäischen Parlament ist sicherlich auch ein Pluspunkt für Südtirol. Sie ist eine sprachgewandte, international anerkannte Journalistin, die sich wohl auf Grund ihres gesamtstaatlichen Auftrages nur am Rande mit spezifischen Südtiroler Problemen beschäftigen kann, aber in entscheidenden Fragen den beiden Südtiroler Kollegen Ebner und Kusstatscher sicherlich beistehen wird.
In Südtirol haben besonders die DS-Leute, also die ehemaligen Kommunisten, mit deutschsprachigen Wahlinseraten Propaganda für Gruber gemacht - mit einem Hintergedanken, der nun nach der Wahl offenbar wird. Die Demokratischen Linken möchten dem Erfolg der "roten Lilly" eine interethnische Bedeutung verleihen, um sich bereits für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr zu positionieren. Das Ziel wäre dann, mit Hilfe der deutschen Gruber-Stimmen den Sessel des Bürgermeisters von Bozen zu erringen.
Das hieße, dass nicht mehr der jetzige Bürgermeister Giovanni Salghetti Drioli, sondern der DS-Mann Silvano Bassetti für diese Amt kandidieren soll. Salghetti Drioli sollte sich dann im Namen der Linken um einen Sitz im römischen Parlament bewerben. Es ist äußerst fraglich, ob Lilly Grubers Wahl überhaupt solche Gedankenspiele zulässt und ob der Schuss nicht nach hinten losgeht. Salghetti Drioli hat sich als ausgeglichener, geschickter, zuverlässiger Bürgermeister der Stadt Bozen bewährt und auf diesem schwierigen Posten auch das Vertrauen der deutschen Bevölkerung gewonnen.

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