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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
20. Jahrgang - Nr.2 März/April 2004 - erscheint zweimonatlich
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Die Landesversammlung der SVP
Der Aufstand der Basis
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Das Diätentheater
Die tugendhaften Scheinheiligen
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Kehrtwendung im Gesundheitswesen
Versuch einer Teilreform
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Naher Osten
Israelischer Irrweg
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Eine europäische Weichenstellung
Integration anstatt Multikulturalität
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Heinz Fischer neuer österreichischer Bundespräsident
Eine seltsame Reaktion
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Leserbriefe
Neoliberalismus und Privatisierung


Was wird heute dem "freien Markt" alles in den gierigen und gefräßigen Rachen geworfen? Mit den GATS-Verhandlungen hat der Ausverkauf von Dienstleistungen, die bis jetzt von der öffentlichen Hand geführt wurden, schon begonnen. Das "General Agreement on Trade in Services" ist ein Abkommen der Welthandelsorganisation WTO und soll privaten Unternehmen, meist großen Konzernen, die Märkte öffnen. Darunter sind so elementare Bereiche wie die Wasserversorgung, das Gesundheits- und Bildungswesen und viele andere mehr. Diese grundlegenden Bereiche sollen meist multinationalen Konzernen geopfert werden, welche nur profitmaximierend agieren und wenig Rücksicht auf die Interessen der Bürger in den betroffenen Staaten nehmen. Die dazu nötigen Maßnahmen laufen unter dem harmlosen Begriff "Liberalisierung" und der großen Mehrheit der Bevölkerung ist die Gefahr, die für sie davon ausgeht, keinesfalls klar. Die GATS-Verhandlungen sind nicht demokratisch, da der Bürger keine Möglichkeit hat mitzuentscheiden. Die "liberalisierungswilligen" Regierungen gehen meist unheilige Allianzen mit privaten Konzernen ein, vorbei an den Interessen der Bevölkerung. Die Privatisierungen führen fast durchgehend zu erheblichen Preiserhöhungen der öffentlichen Dienstleistungen bei gleichzeitigem Qualitätsverlust. In Österreich haben sich mehr als 50 Organisationen zur "Stopp GATS-Kampagne" zusammengeschlossen. Es bleibt abzuwarten, ob es diesen Organisationen geling,t sich Gehör zu verschaffen und der Öffentlichkeit die großen Gefahren dieser geplanten Privatisierungen klar zu machen. Es stehen nämlich wichtige demokratische Rechte der Bürger auf dem Spiel und dies überall, wo der ungehemmte "freie Markt" herrscht und Maxime ist!

Hubert von Wenzl, Bruneck



Das Unbehagen der Italiener und dasjenige der Südtiroler

In der letzten Nummer der "Südtiroler Nachrichten" wurde das so genannte Unbehagen der italienischsprachigen Mitbürger vor allem auf den Mangel an geschichtlichen Kenntnissen und Information zurückgeführt. Ich stimme dem zu. Ich habe oft Gelegenheit, mit italienischen Lehrkräften zusammenzukommen, und staune, wie wenig diese über Südtirol eigentlich wissen.
Das zeigt sich zum Beispiel bei der Toponomastik. Italiener/innen, die sicherlich autonomiefreundlich sind, haben große Schwierigkeiten, den Standpunkt der Südtiroler zu diesem Thema zu verstehen, sie meinen, dass ihnen damit Rechte genommen würden. Ich versuche dann zu erklären, welches Unbehagen die Südtiroler empfunden haben, als im Geiste nationalistischer Eroberungspolitik der italienische Staat eine willkürliche und wissenschaftlich absolut unhaltbare Umbenennung aller Flur- und Hofnamen vorgenommen hat. Es war ein brutaler Versuch, den deutsch-österreichischen Charakter dieses Landes auszulöschen und die Geschichte zu verfälschen.
Wenn man dies zur Kenntnis nimmt, so versteht man auch den berechtigten Wunsch der Südtiroler, diese faschistische Geschichtsklitterung zu korrigieren. Das hat nichts mit Revanchismus oder Germanisierung zu tun, es ist einfach die Beseitigung einer Lüge, die heute noch den deutschsprachigen Südtirolern mehr als Unbehagen verursacht. Ich möchte noch hinzufügen, dass dies auch ein wichtiger Prüfstein für das Verhältnis zwischen den Volksgruppen ist.
Ich wünsche mir, dass in Zukunft möglichst viele italienische Direktoren und Lehrer ihre Klassen zum Schloss Tirol führen, wo erst letztes Jahr im Turm des Schlosses eine ausgezeichnete und sehr objektive Dokumentation der Geschichte dieses Lande installiert worden ist. Das ist meines Erachtens der richtige Weg, damit auch die italienische Jugend eine fundierte und wahrheitsgetreue Beziehung zu diesem Lande bekommt.

A.T., Bozen

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