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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
20. Jahrgang - Nr.1 Jänner/Februar 2004 - erscheint zweimonatlich
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Gesellschaft im Umbruch
Der Pluralismus trägt Früchte - das Märchen von der italienischen Minderheit in Südtirol
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Für eine gerechte ladinische Politik
Ein Forderungskatalog
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Die rechte Spalte
Berlusconis Repräsentantin in Südtirol
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Von der Bewegung zur Partei
Grüne Widersprüche und grüne Ziele
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Das Unbehagen der Italiener in Südtirol
Das Problem hat eine kulturelle Ursache
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Mobbing im Krankenhaus

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Aufkündigung

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Eine Kämpferin für Tirol

Noch am 27. Januar dieses Jahres schrieb mir Frau Hofrat einen kurzen Brief, in dem sie auch im Zusammenhang mit dem Tod Dr. Riedmanns mit besonders freundlichen Worten den kulturpolitischen Einsatz der "Südtiroler Nachrichten" würdigte. Ich hätte gerne mit ihr persönlich darüber gesprochen und habe um einen Besuchstermin bei ihr angesucht. Leider ist es dazu nicht mehr gekommen, denn sie ist am 16. Februar gestorben.

Frau Hofrat Dr. Viktoria Stadlmayer

Diese Episode zeigt, wie sehr ihr das Schicksal Süd-Tirols und die geistige Einheit des Landes stets am Herzen lagen. Sie hat ihr ganzes Leben dieser Aufgabe gewidmet. Bereits als junge Beamtin noch in der Zeit des großdeutschen Reiches, als Süd-Tirols Schicksal im Zeichen der Freundschaft zwischen dem deutschen und dem italienischen Faschismus besiegelt schien, hat sie den Gedanken des vereinten Tirols nicht aufgegeben. Als es dann nach Kriegsende trotz aller diplomatischen Initiativen Österreichs, an denen sie Anteil hatte, nicht gelungen ist, diese Tiroler Einheit wiederherzustellen, setzte sie sich immer dafür ein, dass der deutsch-österreichische Charakter des südlichen Landesteiles trotz der Brennergrenze erhalten blieb.
In ihrem Büro im Landhaus in Innsbruck, in jenem Referat "S", dem sie vorstand, wurde Tag für Tag daran gearbeitet. Es war also kein Wunder, dass der Hass der italienischen Nationalisten sich besonders gegen sie richtete und ihr schließlich 40 Tage Haft im Bozner Gefängnis einbrachte. Trotzdem kannte sie keine nationalistischen Vorbehalte, denn diese entsprachen nicht ihrer Geisteshaltung und ihrem Kulturverständnis.
Frau Dr. Stadlmayer hat schließlich erlebt, dass vieles von dem, was sie für Süd-Tirol erstrebt hat, auch zustande gekommen ist. Sie hat dabei nicht nur als Beamtin des Landes, sondern auch als Gestalterin der Politik einen ganz wichtigen Beitrag geleistet. Dieser mutigen Mahnerin und Kämpferin um die Rechte Tirols gebührt unser aufrichtiger Dank. Wir werden sie nicht vergessen.

e.j.

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