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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
19. Jahrgang - Nr.6 November/Dezember 2003 - erscheint zweimonatlich
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Der Kampf der Lobbys
Sesselrücken in der "Gschertenrepublik"
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Die Angstwahl
Kritischer Beitrag zum Wahlverhalten der Ladiner
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Gefangen im System
Das Versagen des Sanitätswesens
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Die rechte Spalte

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Grüne Kuryositäten
Nationale Identität und kulturelle Öffnung
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Erinnerung an Gerhard Riedmann

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Durnwalder füllt die "leere Schachtel" auf

Es sind kaum drei Monate vergangen, seit Landeshauptmann Durnwalder klar und deutlich seine Meinung zur Region Trentino-Südtirol geäußert hat. Angesichts der von den Trentinern immer wieder geforderten neuen Rolle für diese Institution hatte Durnwalder erklärt, dass diese Region nur noch eine "leere Schachtel" sei, die schleunigst aufgelöst gehöre; die Südtiroler Volkspartei werde nach den Landtagswahlen in diesem Sinne tätig werden. Durnwalder erhielt dabei den Beifall der deutschen Oppositionsparteien, die mit den "Welschen" im Süden gar nichts zu tun haben wollen.
Nun sind die Wahlen vorbei und plötzlich kommen aus der Parteizentrale der SVP und vom Landeshauptmann selbst ganz andere Töne. Kein Wort mehr von der baldigen Auflösung der Region, ganz im Gegenteil, man preist die dort noch verbliebenden Funktionen und macht sie den neuen Anwärtern schmackhaft. Woher nun dieser Sinneswandel? Die Antwort ist einfach. Die Südtiroler Volkspartei hat sich inzwischen als Südtiroler Versorgungspartei im Lande etabliert und die Damen und Herren in führender Position wollen für diesen Dienst am Volke auch entsprechend entschädigt werden.
Dazu reichen die Stellen auf der Regierungsbank im Südtiroler Landtag nicht aus, auch die lukrativen politisch besetzten Posten in den verschiedenen Aufsichtsräten können nicht alle Anwärter versorgen.
Nun schlägt die Stunde der Dialektiker, das sind jene Parteipolitiker, die begründen müssen, warum alles, was bis gestern zu einem bestimmten Thema von berufenem Munde gesagt worden ist, plötzlich nicht mehr gilt. Es treten die so genannten "Sachprobleme" auf den Plan und diese verlangen ein "radikales Umdenken". Landeshauptmann Durnwalder hat das Steuer um 180 Grad herumgerissen und deswegen erlebt nun die "alte Schachtel" Region eine geradezu glänzende parteipolitische Auferstehung und Aufwertung.


In dieser leeren Schachtel sollen nämlich diejenigen treuen SVP-Mandatare untergebracht werden, die man im Lande nicht mehr "versorgen" kann. Da ist zum Beispiel die treue Parteisoldatin Martha Stocker, die sich dem Organigramm des Landeshauptmannes und den Intrigen ihrer Parteifreunde und -freundinnen beugen musste. Als Trostpreis für den entgangenen Posten des Kulturlandesrates bekommt sie nun die Vizepräsidentschaft der Region, dazu noch einen Assessorenposten in derselben, angeblich völlig überflüssigen, Regionalregierung. Ein Problem ergibt sich daraus für den SVP-Abgeordneten Franz Pahl, der leider der Martha Stocker weichen muss, aber dem man versprochen hat, dass er in zweieinhalb Jahren wieder seinen Regionalposten bekommt. Als Sprecher der SVP im Regionalrat bestätigt wird der Abgeordnete Herbert Denicolò, und weitere Versorgungen von SVP-Leuten in diesem Rahmen sind nicht auszuschließen. Alle diese Ämter sind natürlich mit entsprechenden Diäten verbunden, die das Regieren, auch ohne wesentliche Kompetenzen, erfreulich machen.
Somit haben Durnwalder und seine SVP die angeblich unnötige leere Schachtel aufgefüllt und zu neuem Leben erweckt. Ein politisches Wunder!

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