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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
19. Jahrgang - Nr.1 Jänner/Februar 2003 - erscheint zweimonatlich
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Das Wahljahr
Propagandaspektakel der SVP
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Wenn das Volk sich traut...
Überraschung in Kaltern
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Mehr Geld, weniger Leistung
Das kranke Sanitätsystem
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Felix Austria...
Zur Regierungsbildung in Österreich
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Das Patentino-Deutsch
Die Erlernung der zweiten Sprache hat Priorität
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Nun spielen wir Arbeitnehmervertreter...
Eine SVP-Posse
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In memoriam Volkmar Gabert

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Der Kampf der Basken

Es ist sicherlich sehr schwierig, sich ein objektives Bild über die Situation im spanischen Baskenland zu machen. Seit Jahrzehnten stehen sich Vertreter der Basken und der spanische Staat in unversöhnlicher Härte gegenüber, und offensichtlich hat sich in letzter Zeit die Lage deutlich verschlechtert.

Es ist verständlich, daß ein Volk mit eigener Sprache und Kultur alles unternimmt, um diese Werte zu erhalten und eigene politische Strukturen zu bekommen. Weniger verständlich ist, daß dazu ein brutaler Terror eingesetzt wird, der auf beiden Seiten schwere Opfer verursacht und neuen Haß erzeugt.

Was die spanischen Behörden in der letzten Februarwoche im Baskenland unternommen haben, ist allerdings unverständlich und muß die vielen größeren und kleineren völkischen Minderheiten in Europa alarmieren. In einer überfallartigen Aktion wurde in Bilbao die größte baskische Zeitung "Euskaldunon Egunkaria" geschlossen, ihr Vermögen beschlagnahmt; die Redakteure wurden verhaftet, polizeilicher Willkür unterworfen, in einzelnen Fällen brutal gefoltert.

Das ist die unbeherrschte Reaktion staatlicher Stellen, nachdem die Politiker mit diesem Problem nicht fertig geworden sind und es der Exekutive übertragen haben. Allein die Vorstellung, man könne politische Überzeugungen und Unabhängigkeitsbestrebungen mit einem Informationsverbot bekämpfen, ist lächerlich und völlig kontraproduktiv. Gerade in Zeiten der Spannung und des Konfliktes ist die demokratische Information eines der wichtigsten Instrumente, um der Vernunft und der Einsicht zum Durchbruch zu helfen. Die Spanier, die vor knapp 70 Jahren einen äußerst mörderischen und zerstörerischen Bürgerkrieg mitgemacht haben, sollten es aus eigener Erfahrung besser wissen.

Erstaunlich ist, daß die europäischen Institutionen bisher kaum auf diese bösen Vorfälle im Baskenland reagiert haben. Wahrscheinlich wollen viele nationalen Regierungen von diesem Thema nichts hören. Die meisten europäischen Staaten haben nämlich in Sachen Minderheitenschutz selbst Leichen im Keller, die sie dort möglichst liegen lassen möchten. Das macht die Situation allerdings nur noch unberechenbarer.

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