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Mitteilungsblatt des Südtiroler Kulturringes

Herausgeber: Dr. Egmont Jenny
19. Jahrgang - Nr.4 Juli/August 2003 - erscheint zweimonatlich
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Die "leere Schachtel"
Historischer Rückblick auf das multinationale Tirol
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In Südtirol nichts Neues...
Ausblick auf die Landtagswahlen
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Von der Kulturkarte zur Speisekarte
Wie der Tourismus Land und Leute verändert
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Dorfrichter Adam und Cavalier Berlusconi
Ein literarisch-politischer Vergleich
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Die Meinung
Interview mit der DS-Landtagsabgeordneten des Trentino und Vizepräsidentin der Region Wanda Chiodi
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Zu Mantua in Banden...
Eine Geschichtsklitterung
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Sommertheater

Eigentlich hätte Bundeskanzler Gerhard Schröder die dummen und deplazierten Äußerungen des bisher unbekannten italienischen Unterstaatssekretärs für Touristik über die deutschen Touristen ignorieren und erst recht zu einem Urlaub nach Italien kommen sollen. Stattdessen ist er dem "patriotischen" Ruf der Bildzeitung gefolgt, die neben ihren freizügigen erotischen Darstellungen auch für das "gesunde Volksempfinden" der Nation zuständig ist. Schade!

Ministerpräsident Berlusconi: Angst vor Pfiffen

Diese merkwürdige hochgespielte Affäre ist schließlich an jenem Ort einer glücklichen Lösung zugeführt worden, an den sie von vornherein hingehört hätte: im Theater. In der Arena von Verona, wohin der EU-Präsident Prodi den Bundeskanzler eingeladen hatte wurden die deutsch-italienischen Verstimmungen beigelegt. Berlusconi hat an diesem Abend in Verona gekniffen und damit gezeigt, wie unsicher er im Grunde ist. Er, der sonst kräftig austeilt und überall Kommunisten und Komplotte gegen seine Person wittert, fürchtete sich vor den möglichen Pfiffen einiger politischer Gegner. Schließlich bestätigte er mit diesem Verhalten, daß er aus der Rolle des reichgewordenen Emporkömmlings nicht herausgewachsen ist. In dieser Rolle tritt er derzeit in einer seiner 13 Villen in Sardinien auf. Dorthin hat er seinen "lieben Freund" Putin, den Ex-Kommunisten und KGB-Mann (eigentlich müßte dieser Mann für Berlusconi der Inbegriff des Bösen sein) eingeladen, um ihm zu zeigen, was echter Luxus ist und was man im Kapitalismus alles werden kann. Demnächst sollen auch der spanische und der türkische Ministerpräsident in Sardinien eintreffen und den Hofstaat und Lebensstil Berlusconis bewundern dürfen. Für diese Besuche hat Berlusconi in seinem Park angeblich allein 450 Kakteen setzen und neue Wasserfälle installieren lassen. Leider hat die Mehrzahl der Italiener derzeit andere Sorgen. Eine Teuerungswelle geht durchs Land, der Konsum stockt und von den vielen strukturellen Reformen, die Berlusconi seit zwei Jahren ankündigt, ist noch keine in Angriff genommen worden.

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